Geschichte des Buches
Die Vorgänger der uns heute bekannten Bücher sind die berühmten Tontafeln der Babylonier und Assyrer. Andere Materialien zum beschreiben wurden aus Palmblättern, Birkenrinde, Bambus und bestimmten Ficusarten oder Agaven hergestellt, aber auch Leder wurde weltweit benutzt. Bei den Ägyptern und in der klassischen Antike war die Papyrusrolle die vorherrschende Form der schriftlicher Aufzeichnungen. Neben dem Papyrus kam ab dem 3. Jahrhundert vor Christus das haltbarere Pergament zum Einsatz, welches im ost- und im west- römischen Reich bis ins Mittelalter benutzt wurde.

Die Rollenform wurde seit dem 2. Jahrhundert in wachsendem Maße durch den Kodex abgelöst. Eine Übergangsform stellen dabei die römischen Diptycha und Triptycha dar die aus zwei bzw. drei durch Ringe miteinander verbundene Tafeln die aus Holz, Elfenbein oder anderen Materialien bestanden, die innen mit einer Wachsschicht überzogen waren. Das teure Pergament der Codices, das öfters nach ausradieren des ursprünglichen Textes erneut beschrieben werden konnte, wurde durch das von den Arabern übernommene billigere Papier seit dem spätem Mittelalter in zunehmenden Umfang ersetzt, ohne dabei ganz verdrängt zu werden.


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Einen wichtigen Einschnitt in der Geschichte des Buches bedeutet die Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Metalllettern durch Gutenberg, wodurch allmählich zum ersten bedeutenden Massenartikel wurde. Die Auflagen, die Anfanges noch beschränkt waren, erhöhten sich ab dem 16. Jahrhundert. Durch die Reformation kam es zur Verbreitung von oft eilig und mit wenig Sorgfalt hergestellten Flugschriften in großen Auflagen. Gleichzeitig wurden volkssprachige Bücher für die breiten Schichten hergestellt, vor allem die Bibel in Luthers Übersetzung. Die Gestalt des gedruckten Buches löste sich allmählich von dem Vorbild des geschriebenen Kodex ab, durch die Einführung des Titelblattes mit Angabe des Verfassers., des Sachtitels, des Erscheinungsortes, des Druckers (Verlegers) und des Erscheinungsjahres. Im wesentlichen blieb die Herstellung des Buches bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts unverändert, bis maschinelle Methoden des Setzens und Druckens, der Reproduktion und des Buchbindens eingeführt wurden.

Der beträchtliche Anstieg der Buchproduktion, der bereits im Zeitalter der Lesewut (letztes Drittel des 18. Jh./ Beginn des 19.Jh.) zu beobachten war, setzte sich im 19. Jahrhundert fort aufgrund der Bevölkerungszunahme, des Zurückdrängens des Analphabetismus, der Ausweitung des Bildungswesens, überhaupt der Literarisierung des Lebens. Hand in Hand ging damit die technische Weiterentwicklung der Buchherstellung. Dabei werden meistens die Verbesserung der Beleuchtung in privaten und öffentlichen Räumen, die Erweiterung der Absatzbedingungen und damit auch die Erhöhung der Auflagen, nicht berücksichtigt. Eine neue Revolutionierung der Buchproduktion erfolgte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch die Einführung des Foto- und Lichtsatzes und weitere Mechanisierung der Buchherstellung, wie Fertigungsstraßen in den Großbuchbindereien, wodurch Massenauflagen in kurzer Zeit hergestellt werden können.

Im Gegensatz zu der Revolutionierung der Textherstellung mit Einführung des Buchdrucks blieb die Technik des Buchbindens über lange Zeitziemlich unverändert. Ende des 20. Jahrhunderts wurden durch die rasanten Entwicklungen in der Computertechnik und in der Digitalisierung neue Maßstäbe gesetzt und der der Grundstein für digitale Bücher und die E-Books geschaffen, die das Buch in einer grundlegend neuer Form darbieten. Aber in absehbarer Zeit dass klassische Buch nicht ersetzen werden. Vielmehr geht man zur Zeit eher davon aus, dass Ebooks eine Modeerscheinung sind und auch bleiben.